Externsteine bei Detmold

Fotografieren ohne Korsett

– Der Lübecker Sebastian Almes überzeugte beim Profi-Award in der Kategorie „Tier und Natur“ mit malerischen Winteraufnahmen am Ratzeburger See. Im Rahmen der Preisverleihung zum E1/R1 Photo Award verriet er, was in diesem Winter den See so besonders machte und was das Fotografieren und seine zweite professionelle Leidenschaft als Bootsbauer gemeinsam haben.

 Seine Siegerfotos gibt es hier zu sehen!

„Ich bin zum allerersten Mal hier. Der Teutoburger Wald hat uns aber auf jeden Fall interessiert. Das ist eine super Gelegenheit, um mal etwas Neues von Deutschland zu entdecken,“ erzählt Sebastian Almes, der mit seiner Frau und den Kindern nach Detmold zur Preisverleihung des E1/R1 Photo Awards beim Deutschen Wandertag kam. Das Wandern, das ergibt sich beim Fotografieren ganz von selbst, meint der Lübecker: „Wenn man auch in der Naturfotografie aktiv ist, wandert man natürlich viel, da ergeben sich schon mal Tagesmärsche.“

Die Fotografie war schon immer fester Bestandteil in Almes‘ Lebens, jedoch nicht in der Art und Weise, wie er sie nun betreibt. Eine Unterbrechung seiner professionellen Fotokarriere gab es während der Ausbildung und zu Beginn der Selbstständigkeit als Bootsbauer. Während er davor ausschließlich analog fotografierte, startete er vor drei Jahren mit Digitalfotografie wieder neu durch. Auch heute noch bleibt zuweilen wenig Zeit, um beide Jobs auszufüllen. „Das ist natürlich schwierig. Aber als selbstständiger Bootsbauer ist es auch ein Saisongeschäft“, erklärt Almes. „Im Sommer, wenn die Schiffe alle im Wasser sind, ist weniger los, genau wie im Winter, wenn die Kälte den Materialien zusetzt.“

Als Bootsbauer restauriert und repariert er Segel- und Motoryachten bis zu 20 Metern Länge. Ein starker Kontrast zur Fotografie? „Es gibt schon Überschneidungen. Im Bootsbau muss man kreativ sein, um Probleme zu lösen und die Fotografie ist natürlich auch ein hochkreatives Handwerk.“

Für den E1R1 Photo Award reichte Almes eine Serie von Aufnahmen am Ratzeburger See ein, 20 Kilometer von Almes‘ Wohnort. Zu sehen sind Schwäne und Enten, die wie gemalt über dem vereisten See mit der Umgebung und dem Hintergrund verschmelzen. „Dieser Winter war ja wirklich ziemlich eis- und schneereich, was hier schon außergewöhnlich ist“, berichtet der Lübecker. „Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir in den letzten Jahren so lange so kalte Temperaturen hatten, dass der See auch zugefroren ist.“

Wer bei Almes nun vor allem Tier- oder Naturfotografie erwartet, ist allerdings auf der falschen Fährte. Auch ganz andere Genres, bis hin zu abstrakten Arbeiten hat der Lübecker zu bieten. „Ich finde es schwierig, mir ein Korsett angelegen zu lassen, ich fotografiere einfach, wo ich ein gutes Motiv finde und wo ich Spaß habe“, erklärt er. „Mich in der Fotografie zu beschränken, das wäre so als würde man mir sagen: Du kannst jetzt nur noch diese eine Musikrichtung hören oder nur noch dieses eine Gericht essen.“

Die abwechslungsreichen Fotos von Sebastian Almes sind auch auf seiner Webseite zu betrachten.